Donnerstag, 12. Juli 2012

The Myth Buster - Science Tales. Lies, Hoaxes and Scams von Darryl Cunningham (Rezension)

"Everyone is entitled to their own opinion, however, everyone is not entitled to their own facts." - Michael Specter

In einer ungewöhnlichen Art präsentiert der britische Künstler Darryl Cunningham hitzig umstrittene wissenschaftliche Themen in seinem Buch  Science Tales. Lies, Hoaxes and Scams verlegt bei Myriad Editions. Eigentlich ist es absurd bei seiner Auswahl von hitzig umstrittenen Themen zu sprechen, handelt es sich doch aus einer wissenschaftlichen Perspektive um anerkannte Theorien oder Ereignisse (Evolutionstheorie und Mondfahrt z.B.). Allerdings scheint das ja so manch Eine(n) eher weniger zu interessieren und schon findet man sich mit esoterischen Ideen, Verschwörungstheroien oder schlicht mit religös geprägten Glauben konfrontiert.

Cunninghams Motivation, das Buch zu zeichnen, erklärt er in einem Interview mit dem englischen Observer:

"It was the amount of disinformation and anti-science stuff around," he tells me. The danger with alternative therapies such as homeopathy is "apart from the fact that you spend a lot of money on them, they could delay you from getting real treatment for something such as cancer where a week or a month could mean the difference between life and death."

Quelle: http://darryl-cunningham.blogspot.co.uk/
Cunningham hat auf seinem eigenen Blog vorab einzelne Kapitel der Science Tales veröffentlicht, um auch seine LeserInen im Prozeß der Entstehung einzubinden und um eine Methode anzuwenden, die den wissenschaftlichen Betrieb auszeichnet: die peer to peer review. Am häufigsten kommentiert wurde das Kapitel Evolution, dicht gefolgt von The Moon Hoax (hier die Statistik auf Darryl Cunninghams Blog). Auf dem Blog kann man sich ebenfalls einen Eindruck von Darryls Zeichenstil und seiner Themenspalette machen.

Der Zeichenstil wirkt eher grob und kantig. Wie man in dem oben verlinkten Interview nachlesen kann, sah sich Cunningham am Anfang seiner Karriere mehr als Schreiber, denn als Zeichner. Heute hat er zwar eine Synthese aus beiden Ansätzen gefunden, ist sich aber auch nicht zu schade, Photoshop zu verwenden, wenn es um erkennbare ikonische Fotos geht.

Die kurzen...ja, was eigentlich? Handelt es sich bei Science Tales nicht um Geschichten noch reine Comicstrips. Seine kurzen Präsentationen lassen sich schnell lesen und sein Argument wird einfach heraus gearbeitet. Die Kürze führt natürlich unweigerlich dazu, daß es nicht in die Tiefe gehen kann. Auch die reinen Faktendichte verhindert den Fluß einer Geschichte, es wirkt dann doch manchmal leicht stakkatohaft. Die kleinen Wissenschafts-Strips helfen beim Finden der ersten Gegenargumente, wenn man denn am Stammtisch mit drei Gruppen konfrontiert wird: a. Esoteriker, b. Verschwörungstheoretiker oder c. Spinner im Allgemeinen. Und das mit einem Augenzwinkern.

Nachdem ich letzte Woche in Edinburgh einem Vortrag während der Annual International Conference der Royal Geographical Society lauschen durfte, der eher einer Werbemaßnahme für das Heilen durch Handauflegen gleichkam (Man stelle sich eine Grafik vor, die das Wohlbefinden vor der Heilung zeigt - natürlich schlecht - und danach: natürlich exellent und alles nur durch mögliches Handauflegen - tatsächlich gibt es diese "Studie" auch im Netz!) als in irgendeiner Weise in einen kritischen wissenschaftlichen Kontext eingebunden war, bin ich mir ziemlich sicher, dass es Menschen aus oben genannten Gruppen a, b, c in jeglichen Zirkeln gibt. Comics können also allen helfen, ihren Horizont zu erweitern.


'Quelle: Cunninghams Blog
Ich habe mir das Buch übrigens signiert gekauft, bei dieser Plate konnte ich einfach nicht widerstehen.Der kleine Pinguin erklärt Darryl nämlich, wie es sich mit der Erderwärmung verhält und was es da für Argumente der Besorgten und weniger Besorgten gibt. An dieser Stelle sei mir auch erlaubt, ComicliebhaberInen auf Städtereise in London auf den Comicshop Gosh! hinzuweisen. Der Laden hat eine gute Auswahl an Graphic Novels. Häufig gibt es auch Events und Signierstunden, dazu kann man immer mal wieder signierte (Erst-) Ausgaben kaufen. Einen Comiclesezirkel gibt es auch. Unten im Keller gibt es dann die Heftchen. Merchandise gibt es hingegen nicht. Insgesamt ist die Atmosphäre viel netter, weniger hektisch als bei Forbidden Planet, das Wort Kommerz springt einen nicht so direkt an. Obwohl vielleicht einige, die etwas chique Atmosphäre irritierend finden könnten. Unten im Keller hingegen hat man immer noch das Nerdgefühl.

Mittwoch, 30. Mai 2012

" " - Athos in America von Jason (Rezension)



'Saying nothing... sometimes says the most.' (E.Dickinson) 

Der norwegische Comiczeichner Jason, bürgerlich John Arne Sæterøy, beherrscht die Kunst, seine Geschichten ohne viele Worte zu erzählen. Seine Comics heben sich durch eine Reihe von Merkmalen vom Mainstream ab:  Markant für sein gesamtes Schaffen ist die reduzierte Wortwahl in seinen Comicgeschichten. Die Leserin und Leser müssen also einen Großteil selber leisten, um die so entstehenden Informationslücken zu schließen - also das, was Scott McCloud in Understanding comics als gutter (dt. Rinnstein) bezeichnet. Jasons Geschichten wirken oftmals melancholisch und haben einen ironischen Unterton, dank der wenigen Worte, die Jason verliert und dem Geschehen in seinen Bildern. Die Comics zeichnet er in dem von Hergé bekannten Ligne Claire Stil, was ebenfalls die Reduktion auf das Wesentliche widerspiegelt. Charaktere in seinen Comics sind  anthropomorphe Tiere, ganz so wie bei Spiegelmanns Maus. Den Tieren fehlt es außerdem an Augen, dort wo Pupille und Regenbogenhaut sein sollte, begegnet dem Leser und der Leserin ein weißes Nichts. Noch mehr Raum entsteht, der es der Lesenden zur Aufgabe überläßt, gefüllt zu werden. 
Seine Inspiration zieht Jason aus B Movies und Genrefilmen:
"Left bank gang" and "Living and dead" are closer to the type of stories I want to tell, just playing around with genres. A lot of my favourite books and films are genre stories. There are some rules you have to follow, but at the same time you have a lot of freedom to put in whatever you want. You can slightly mock the genres but at the same time try to achieve what's fun about them. (Jason in einem Interview von 2007)
Quelle: KGB Yard Sale
Zu seinen weiteren Inspirationsquellen zählt er u.a. Kultfiguren wie: Jim Jarmusch, Wes Anderson, Aki Kaurismäki. Jaime Hernandez und Daniel Clowes. So pendeln seine Geschichten zwischen Pop und Beat, Werwölfen und Zombies. Jason läßt Genres die Spielregeln bestimmen, nur um sie zu brechen. Letztendlich sollen seine Comics vor allem eins sein: lesbar. Dazu trägt auch die strikte Seitenaufteilung von sechs bis zu neun Panels bei (nun ja, Athos in America hat vier pro Seite), die den Rhythmus jeder Geschichte bestimmt. Zum Colouring nur soviel: Das wird nicht von Jason erledigt, sondern von Hubert, seine Farbenwahl ist gleichmäßig und ruhig und sind eine hervorragende  Ergänzung zu den einzelnen Geschichten.

Der Band Athos in America (in Amerika von Fantagraphics, in Deutschland leider noch nicht erhältlich, einzelne Bände von Jasons Arbeit bei Reprodukt) faßt sechs Kurzgeschichten zusammen, ganz ähnlich wie das zuvor veröffentlichte Low Moon. Der Titel Athos in America lehnt sich als Art Prequel an the Last Musketeer (Wird beworben als ein wildes Mash up von die Drei Musketiere und Flash Gordon) an.

In der Titelgeschichte Athos in America lernt man den melancholischen, stets höflichen Athos kennen, der einem amerikanischen Barkeeper sein Herz ausschüttet. Athos ist ein Anachronismus in seinem ganzen Verhalten und Aussehen und die Story lebt von einer melancholisch-lakonischen Grundatmossphäre. Angesiedelt im New York der 20er Jahre meint man geradezu den Jazz als Untermalung der Geschichte zu hören. Der Schluss kommt ganz ohne Worte aus und verstärkt noch einmal das Gefühl von Einsamkeit und Isoliertheit des Titelheldens.

A cat from heaven läßt unweigerlich an Bukowski denken. Jason inszeniert sich als versoffenen Comiczeichner, der nicht davor zurück schreckt, seine Freundin zu schlagen. Die darauf folgende rosenkriegerische Trennung zieht den weitern Absturz des Autors nach sich. A cat from heaven illustriert die Spirale nach Unten, die dann wieder am Anfang endet und man kann sich fragen, ob es sich da nicht um einen Teufelkreis handelt. Der im dichterischen Fall gerne als romantische Story inszeniert wird, in der die Frau natürlich ohne mit der Wimper zu zucken, das jammernde Häuflein Elend wieder bei sich aufnimmt. Man könnte natürlich auch spekulieren, daß nach der häuslichen Gewalt der soziale Abstieg folgt und sich somit ja schon latent eine Kritik am Verhalten des Protagonisten abzeichnet. Ganz so wie die BRAVO in ihren Fotolovestories gerne besonders dick aufträgt, damit auch jeder erkennt, gegen welche Stereotypn und Ungerechtigkeiten gekämpft wird.

Quelle: http://comic-news.ansipedi.com/athos-in-america
Meine Lieblingsstory ist die Collage aus The brain that doesn´t die und Who´s afraid of Virgina Woolf. Tragischer Weise ist von der Frau des verrückten Wissenschaftlers nur noch ihr Kopf erhalten. Dieser wird durch eine Erfindung von ihrem Mann lebendig gehalten. Er begibt sich nun auf die Suche nach geeigenten Ersatzkörpern, um seine Ehe zu retten. Etwas, daß in seiner Absurdität nur im B-Movie vorkommt oder aber im Comic.

Weitere Stories im Buch: Tom Waits in America, The  smiling horse und So long Mary Ann. Auch hier finden sich oben bereits genannte Versatzstücke: Gangster und Pulp Fiction, Gewalt und wenig Worte. Jasons Arbeit scheint ein Panoptikum der Popkultur und Querverweise, ungeniert bedient er sich aus den unterschiedlichen Genres, nur um ihre Regeln zu brechen. Eine Hommage mit Augenzwinkern, in dem die fehlende Emotionslosgkeit der ProtagonistInen und ihre oftmalige Sprachlosigkeit, die LeserInen auffordert, ganz genau hinzusehen.

Wer sich ein Bild von Jasons Schaffen machen möchte, kann hier bei der New York Times seine Geschichte Low Moon lesen. Seinen eigenen Blog Cats without dogs gibt es hier: klick.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Fiktion.

It’s the famous suicide bridge, highest in the region. But you are lucky; I’ll drive us over it with my eyes open.” Does she want a response from me? I don’t know.  Maybe she hasn’t said anything? I haven’t slept well in the last couple of days. Rolling from one side of the bed to the other, hours passed wasted. 
It is night; the motorway is nearly empty. She is driving to the airport, following the endless white line; hopefully she doesn’t take her hands from the steering wheel. Lanzarote is our destination. Her bag is in the trunk, I have mine next to my feet.How did I get next to her? Why is she wearing sunglasses at night while she’s driving? 
Interesting fact, really. Glad you are driving with your eyes open.” A lame response, mumbled more to myself than to her, but what should I say? All I want is to get out of the car. I feel terrible, I am scared. I am sick. Maybe she needs a break? I could say I need to go to the bathroom. I could call a friend from the next service station. Damn it, why did I throw my mobile away today? I can’t remember. I could have text someone; at least then someone would know where I am, rescue me. My head is killing me. 
She has been acting weird over the last couple of days, wanting me to stay at her place. Maybe you are just stressed - maybe we need a break? A holiday somewhere warm would be nice.” That’s all she says to me. Although, might I have suggested it first? Now I am here, driving to an airport at half past two in the morning. Still wearing the same clothes as the day before. They might smell a little bit. I couldn’t care less.  
Lanzarote? I can’t even speak Spanish. I am fluent in Italian, Chinese and German, slightly less so in Serbian, Dutch and French. I guess I will pick it up quickly. In the last month I discovered so much new talent within myself. I am confident. I learnt to play the piano in less than a week. I started to paint again. I did some genealogical research and discovered what might be referred to as ‘dark family secrets’. The world lies to my feet. Just like a forbidden, sweet-mellow fruit. Everything is in my head, it was always there. I am a newborn explorer. But yes, I could need a break; lying in the sun, feeling the warmth on my skin, gaining new strength, hanging out at the beach, burying my toes deep into the sand, walking with bare feet in lukewarm Atlantic water. No more phone calls. No more stress. No false-impression-machine-gunfiring endless rounds of bullets, shaped by a blur of everyday experiences, through my mind anymore. Deep breath in, deep breath out. Sleep. No more wandering in dark rooms, following the same boring routes and well worn routines, never having the sense of exhaustion. And never getting tired. I just need a place I can close my eyes, shut out the world, stop the thought machine in my head taking control over me.Torturing me. 
We drive mostly in silence; the music builds a wall between us. It is comfortable. I can’t listen to any more of her bullshit, no more crazy talk. Crazy, she is just plain crazy. But she is my closest friend. She is just ill. Just ill, just ill...My little mantra. I look out of the car window and see the reddish, darkened sky. It is getting lighter, a crimson glow; the airport must be nearby. Hope. It’s half past three.  
I grab my tote, set one foot down on the asphalt and carefully put the other one next to it. Slowly, I pull myself out of the car, stand up and slam the door behind me. She’s already outside, fingering for her packet of cigarettes. One hand in her pocket, searching for the nicotine hit, the other grasping at the keys, clumsily trying to force them into the trunk’s locker. Seems like she is nervous, maybe a little bit angry...but ill. She is just ill, just ill. I am freezing, looking down at my sandals; my legs are bare, a strange skirt looks flattering around them– I never knew I owned one like this. My jacket pulled in tightly around me, the bag hanging like a dead animal from my shoulders. The light from the hotels and streetlamps hurts my eyes. It burns, a sharp, breath-taking pain. I close my lids for a second. Just a second. God, the drilling behind my forehead. 
“Are you sure you want to do this?” Hearing her voice from the depth of the trunk, her torso hidden from view, just a pair of trouser legs making utterances in my direction, forming vowel sounds at the knees; lips in the folds speaking unrecognisable words. I chuckle to myself. Certainty is all they ever want. But what is certain? Me and my crazy friend are here, aren’t we? That is for sure. I need a break. That is for sure. Does her question imply she doesn’t want to come along? Is she bailing out? Does she want me to stay? Is she betraying me? Uncertain.  She still bends over, searching for something. I take a step back from the car. I turn. I start to run. Someone will deal with her. I don’t care. My plane is coming, I know that. I need painkillers. I am certain. 

Freitag, 6. Mai 2011

you need to draw me a fat animal - Dresden Dolls & Fucked Up



Amanda Palmer, Dresden Dolls, 2006





Pink Eyes, Fucked Up, 2006




Gronau. Wo zum Teufel liegt eigentlich Gronau? Wie Udo Lindenberg kommt daher? Ach - deswegen gibt es da ein Rock und Pop-Museum? - Der Besuch von Lehrveranstaltung an der Universität trägt in der Regel dazu bei, daß man a. seinen Horizont erweitert, b. kreativ in der Gestaltung von diversen Heftseiten wird oder c. völlige Desillusionierung bzgl. des geistigen Horziontes von diversen Mitstudierenden erleidet. Glücklicherweise war mein damaliges Geschichtsseminar, das sich um Musik als mögliche Quelle für HistorikerInen drehte, der Kategorie a. zugehörig. Wir besprachen Musik und Text von u.a. Jimi Hendrix, Reagan Youth, Bob Dylan, Rolf Biermann, OHL und ja, auch Udo Lindenberg. Zum Ende des Seminars fuhren wir in besagtes Museum. An das ich nur diffuse Erinnerungen hege. Das Originaltonstudio von CAN stand dort als Exponat, sowie das Cabriolet aus dem ersten Fanta 4 - Video "Die da". Die Ausstellung war zum damaligen Zeitpunkt sehr schlecht konzipiert, in einem düsteren Raum, völlig überfrachtet. Ich hoffe, daß sich in dem Punkt noch etwas getan hat. - Außerdem gab es eine Sonderausstellung von einem Musikjournalisten, der sein  InterviewpartnerInen bat, sich selber zu zeichnen. Diese Idee gefiel mir. Ich beschloß sie zu kopieren.

Von Zeit zu Zeit mache ich also selber Interivews mit KünstlerInen aus dem weiten Spektrum von Punk und Hardcore und Indie. Zu Beginn jedes Interviews bitte ich die Leute, mir ein dickes Tier zu malen. Ich mag dicke Tiere, ich denke, sie haben eine wunderbare Form. Besonders von hinten. Manche sehen aus wie Bowlingpins. Gibt es etwas Schöneres als runde Formen? Und ich mag es, etwas zu haben, was ich durchblättern kann. Ich archiviere meine geführten Interviews nicht. Aber die Zeichnungen der Menschen, die ich traf, sind in meinem Tagebuch integriert und bilden für mich einen weiteren Erinnerungsrahmen an interessantere Augenblicke in meinem sonst eher alltäglichen Leben. Von Zeit zu Zeit also werde ich hier die ein oder andere Zeichnung veröffentlichen. Den Anfang macht Amanda Palmer von Dresden Dolls, die ihre Aufgabe sehr wörtlich nahm. Ich erinnere mich noch, daß wir in Bochum auf eeiner Bank saßen und die Sonne schien. An Fucked Up habe ich schlechte Erinnerungen, da ich eine Blasenentzündung hatte und Olli und Sarah für mich das Interview führen mußten. Sie kamen mit diesem überaus tollem Ergebnis (wie oben zu sehen) nach Hause.

Dienstag, 5. April 2011

berühmte Fragebogen - Notizbuch mit den Fragebogen von Max Frisch

© amazon.de
"Die berühmten Fragebogen von Max Frisch zu Freundschaft, Heimat, Tod, Humor, Frauen und Geld mit genügend Raum für Ihre Antworten." Es ist Zeit für Max Frisch, denn er hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. Grund genug für Suhrkamp seine Fragebogen in einer handlichen Notizbuchausgabe zu veröffentlichen: Eine Aufforderung zur Selbstreflexion, zur Erkundung der eigenen Positionen, denn die Ausgabe bietet Raum für die eigenen Antworten.   Leseprobe direkt beim Suhrkamp Verlag.  Alle Fragebogen wurden von I-XI  numeriert und wurden zu erst 1972 in  Tagebuch 1966-1971 veröffentlicht. Beispiel gefällig? Dann weiterlesen, meine Antworten auf I.



1. Sind Sie sicher, daß Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert? 
 Unentschlossen.
2. Warum? Stichworte genügen.
Aus einer humanistischen Perspektive: Ja. Man trägt Verantwortung auch für nachkommende Generationen. Sollte ich Menschengeschlecht unter Umwelt subsumieren, dann würde meine Antwort ebenfalls 'ja' lauten. Ist dies nicht der Fall und das Wort  "Menschengeschlecht" sich wirklich nur auf den Menschen beziehen, muß ich sagen: Nein. Ich glaube, daß die Umwelt ohne den Menschen erheblich besser dran wäre. Die alleinige Erhaltung des Menschen scheint mir bei der Vielfältigkeit der Umwelt/Natur einfach abstrus.
© Flegmus
3. Wieviele Kinder von Ihnen sind nicht zur Welt gekommen durch Ihren Willen? 
 Einige.
4. Wem wären Sie lieber nie begegnet? 
 Dem ein oder anderen Menschen.
5. Wissen Sie sich einer Person gegenüber, die nicht davon zu wissen braucht, Ihrerseits im Unrecht und hassen Sie eher sich selbst oder die Person dafür? 

Ich befinde mich sehr oft im Unrecht gegenüber anderen Menschen, da meine Sichtweise auf Menschen im höchsten Grad von den Emotionen geprägt ist, die mich zum Zeitpunkt meiner Äußerung dominieren. Dafür hasse ich mich meistens selber, manchmal aber auch die Person, die mich in derartige Zustände bringt. Obwohl ich gerade "hassen" als sehr starkes Wort dafür empfinde. "Wütend" charakterisiert es wohl eher.
Borges
6. Möchten Sie das absolute Gedächtnis? 

Diese Frage kann ich dank einer Kurzgeschichte von Borges "Das unerbittliche Gedächtnis" mit einem klaren "Nein" beantworten. Lesen bildet!
7. Wie heißt der Politiker, dessen Tod durch Krankheit, Verkehrsunfall usw. Sie mit Hoffnung erfüllen könnte? Oder halten Sie keinen für unersetzbar?

Nun ich wünsche der Schröder ein ähnliches Skandälchen wie Guttenberg, das erscheint mir noch relativ harmlos im Vergleich dazu, jemanden wirklich den Tod zu wünschen. Allerdings kann ich mir vorstellen, daß man unter Umständen einem Diktator den Tod wünscht. Aber wahrscheinlich sind auch Diktatoren durch andere Diktatoren ersetzbar.
8. Wen, der tot ist, möchten Sie wiedersehen? 
Aus meinem Umfeld? Meinen Opa, der zur Zeit des Warschauer Ghettoaufstandes aktiv Menschen ermordet hat und überzeugter Anhänger der NSDAP war.  Ansonsten fände ich es spannend, diverse Menschen wiederzusehen, die aus der Geschichte bekannt sind.
9. Wen hingegen nicht? 
Weiß ich ehrlich gesagt nicht, da ich es mir sehr spannend vorstelle, mit jemanden zu reden, der Tod war. Wenn es denn einer sein müßte, so würde ich sagen, daß ich auf keinen Fall Kai Diekmann als Erstes sehen müßte. 
10. Hätten Sie lieber einer anderen Nation (Kultur) angehört und welcher? 
Ja, warum nicht? Allerdings erscheint es mir nur paradiesisch in einem Land, in dem kein Despot herrscht, die Todesstrafe nicht vorkommt und weitere Unannehmlichkeiten vermieden werden können. 
11. Wie alt möchten Sie werden? 
Sehr alt ohne die Nachteile des Alterns.
12. Wenn Sie Macht hätten zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen, gegen den Widerspruch der Mehrheit? Ja oder Nein. 
Ja und Nein.
13. Warum nicht, wenn es Ihnen richtig scheint? 
Wie man aus der Geschichte weiß, gerade auch aus der deutschen Geschichte: Auch die Mehrheit kann sich irren.  Allerdings bin ich nicht eitel genug zu behaupten, daß ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe. 
14. Hassen Sie leichter ein Kollektiv oder eine bestimmte Person und hassen Sie lieber allein oder im Kollektiv? 
Sowohl als auch: Ich hasse gerne ein Kollektiv als auch eine bestimmte Person. Und ich hasse auch gerne im Kollektiv. Alleine hassen ist so einsam. Aber provokant.
15. Wann haben Sie aufgehört zu meinen, daß Sie klüger werden oder meinen Sie's noch? Angabe des Alters. 
Jeder Tag macht mich klüger. Und häßlicher.
16. Überzeugt Sie Ihre Selbstkritik? 
Meine Selbstkritik ist nicht überzeugend, sondern vernichtend.
17. Was, meinen Sie, nimmt man Ihnen übel und was nehmen Sie selbst übel, und wenn es nicht dieselbe Sache ist: wofür bitten Sie eher um Verzeihung? 
Meine Launenhaftigkeit und Unzuverlässigkeit. 
18. Wenn Sie sich beiläufig vorstellen, Sie wären nicht geboren worden: beunruhigt Sie diese Vorstellung? 
Nein.
19. Wenn Sie an Verstorbene denken: wünschten Sie, daß der Verstorbenen zu Ihnen spricht, oder möchten Sie lieber dem Verstorbenen noch etwas sagen? 
Ich möchte, daß der Verstorbene bzw. die Verstorbene noch einmal mit mir redet. Ich wünsche mir ein letztes Gespräch, wem dabei die letzten Worte gehören, mag das Gespräch entscheiden.
20. Lieben Sie jemand? 
Ja.
21. Und woraus schließen Sie das? 
Die Gedanken, die ich für diese Person habe, die ständig in den leeren Minuten zu der Person kehren, gerne am Morgen beim Aufwachen oder am Abend vor dem Einschlafen. Das leichte Flattern des Herzens, wenn ich die Person sehe. Das Bedürfnis zu der Person in Kontakt treten zu wollen. Die Vorstellung mit dieser Person alt zu werden. Das Gefühl zu haben, mir würde etwas fehlen, wenn diese Person nicht da ist. Das Lachen, daß ich gerne mit der Person teile. Die Person einfach festhalten zu wollen. Eine tiefe und ehrliche Akzeptanz der Fehler und Vorzüge der Person. Der Alltag der plötzlich bedeutungsvoll wird, wenn man jemanden liebt.
22. Gesetzt den Fall, Sie haben nie einen Menschen umgebracht, wir erklären Sie es sich, daß es dazu nie gekommen ist? 

Ich sah nicht die Veranlassung dazu, jemanden in meinem Umfeld zu töten. 
23. Was fehlt Ihnen zum Glück? 

Eine Wiese, die Sonne, das Haus am Meer, XXXXXXX, ein oder mehrere  Tier(e) und eine Bibliothek. Und Geld.   
24. Wofür sind Sie dankbar? 
Leben. Auch, wenn ich es oft hasse.
25. Möchten Sie lieber gestorben sein oder noch eine Zeit leben als gesundes Tier? Und als welches? 
© Joanne Merriam
Ich verstehe die Frage nicht. Möchte ich jetzt lieber sterben? Nein. Wenn ich gestorben bin, möchte ich dann als Tier weiter leben? Ja. Als dicke, fette, rote Hauskatze, die sich gerne am Bauch kraulen lässt. Oder als Seepferdchen, weil ich dann als weibliches Exemplar keine Kinder bekommen müßte. 

Mittwoch, 16. März 2011

Unendlicher Spaß von David Foster Wallace

" - Ich wollte mir nicht unbedingt wehtun. Oder mich irgendwie bestrafen. Ich hasse mich nicht. Ich wollte bloß raus. Ich wollte nicht mehr mitspielen, das ist alles. [...] Ich wollte bloß nicht mehr denken müssen. Ich gehöre zu einem anderen Typ. Ich wollte mich bloß nicht mehr so fühlen. Wenn ich mich bloß in ein wirklich langes Koma hätte versetzen können, dann hätte ich das gemacht. Wenn ich mir Schocks hätte versetzen können, dann hätte ich das gemacht. Stattdessen. [...] Ich will, weil ich mich so fühle. Das Gefühl ist der Grund, warum ich sterben will. Ich bin hier, weil ich sterben will. Deswegen bin ich in einem Zimmer ohne Fenster, mit vergitterten Glühbirnen und ohne Schloss an der Klotür. Deswegen hat man mir Schnürsenkel und Gürtel weggenommen. Nur das Gefühl nimmt man mir nicht weg, oder? [...]

Dienstag, 15. März 2011

"Und das Schwein fuhr Mercedes" - "Was ich über Adolf Hitler gehört habe..." herausgegeben von Dieter Boßmann

Der Untertitel des Buches "Was ich über Adolf Hitler gehört habe..." lautet "Folgen eines Tabus: Auszüge aus Schüler-Aufsätzen von heute". Das Heute bezieht sich auf die Jahre 1976-1977, in welchen Boßmann in verschiedenen Schultypen im gesamten Bundesgebiet (mit Ausnahme des Saarlandes) dieses Aufsatzthema stellen ließ.
Natürlich ist Bohrmann der Nachteil seiner Studie bewußt: So kann er weder über den generellen Bildungsstand der Schüler und Schülerinen Auskunft geben, noch über die Motivation bei der Beantwortung der Fragen.  Warum Boßmann sich für die recht lapidare Fragestellung "Was ich über Adolf Hitler gehört habe" entschieden hat, begründet er wie folgt:

"Bei der schließlich gewählten Formulierung 'Was ich über Adolf Hitler gehört habe' war ich mir natürlich bewußt, daß solche Antworten der Schüler proviziert werden, die die biographische Erklärungsebene nicht verlassen. Gleichzeitig glaubte ich nach der Lektüre von Geschichtsbüchern trotzdem so  verfahren zu können, denn in ihnen ist oft von 'Hitler-Deutschland, Hitler-Diktatur, Hitler-Putsch' usw. die Rede. Wenn die Schüler nun ungeachtet aller Alters- und Bildungsdifferenzen - in ihren Aufsätzen immer wieder davon sprechen, daß 'er' dies oder jenes getan habe, mithin zu erkennen geben, daß es sich ihrer Meinung nach bei den jeweiligen Ereignissen um persönliche Taten Hitlers gehandelt habe, so liegt dies m. E. nicht allein in der Art der Themenstellung begründet. Aus eben demselben Grund scheint mir der hin und wieder gegen die Formulierung des Aufsatzthemas geäußerte Einwand wenigstens zum Teil entkräftet, wonach  aufgrund einer einzigen Frage keine differenzierten Ergebnisse zu erhalten und noch weniger politisch-moralische Einstellungen der Schüler zum Nationalsozialismus zu erfahren seien, aus denen dann Rückschlüsse zu ziehen möglich wäre."


Es folgt eine fiktive Hitler-Biographie aus Versatzstücken der Schüler und Schülerinen. JedeR, der schmunzelt, tut dies sicherlich zu Recht, denn stellenweise sind die zusammengetragenen Fakten so abstrus, daß nichts anderes als ein Lächeln provoziert werden kann.  Natürlich habe ich die Informationen gefiltert. Allerdings waren viele Aussagen einfach erschreckend verkürzt  (immer auch in Hinblick gesehen, daß man es mit SchülernInen zu tun hat) und haben einen völlig falschen Fokus auf Hitler gelegt. Was aber nicht heißt, dass es nicht doch einige Antworten gab, die (im Rahmen der Altersstufe) sehr reflektiert waren. Man sollte bedenken, daß es sich hier um die eigenen Geschwister handeln könnte - zumindest aus meiner Perspektive als Kind der frühen 80er Jahre.  Außerdem bleibt die Frage offen, was heute bei einem ähnlich gearteten Projekt an Wissen bzw. Nicht-Wissen zu Tage käme. Und letztendlich bleibt die Frage offen - Was weiß ich eigentlich über Adolf Hitler? Und was weiß ich eigentlich über den Nationalsozialismus? Denn das dritte Reich wurde durch die in dieser Gesellschaft lebenden Menschen ermöglicht, Hitler kam nicht über diese Menschen und verführte sie, es gab Gründe, warum der Nationalsozialismus zur führenden Ideologie  wurde und warum zahlreiche Menschen wegsahen als Millionen von Menschen unschuldig vernichtet wurden. Diese Gründe sollten jeder/m von uns jeder Zeit präsent sein und dieses Wissen ist sicherlich nicht in Form einer kleinen Annekdote über Hitler abrufbar.



"Was ich über Adolf Hitler gehört habe..."

Elternhaus und Äußeres
Hitlers genaue Herkunft bleibt rätselhaft, er scheint sowohl Wurzeln in der Schweiz als auch in Italien gehabt zu haben. Es gib sogar Hinweise, daß er in Köln geboren wurde. Sein Familienname ist Schüttelgrube. Er stammte aus einer zerrütteten Familie. Seine Mutter war Magd, sein Vater Postbeamter. Hitler hatte zwei unehliche Brüder, die bei der Geburt verstarben, aus diesem Grund wurde er von der Mutter besonders verhätschelt. Als Hitler 17 Jahre alt war, verstarb seine Mutter an Krebs. Ihr Arzt soll Jude gewesen sein und sie falsch behandelt haben. Dies könnte ein Grund für Hitlers Judenhass gewesen sein.
Zu Hitlers Äußerem:  Seine Kopfform war oval, er trug kurze Haare mit Scheitel, die Stirn war dabei schon etwas freigelegt. Sein Bauchumfang betrug 97 cm, er hatte Schuhgröße 42 und wog 160 Pfund. Spannweite 1, 62 m. Größe zwischen 1,70 m und 1,88 m. Er soll kein gutaussehender Mann gewesen sein, obwohl ihn einige Frauen schön fanden.

Der junge Hitler
Schon als kleiner Junge interessierte sich Hitler für Gewehre, Soldaten und Krieg. In der Schule war er auffällig. Er war zwar ein guter Sprecher, aber er störte regelmäßig den Unterricht und arbeitete nur, wenn er Lust hatte. Deswegen verließ er die Schule ohne Abschluß. Privat befaßte er sich mit Dichtung und Politik, er kritisierte u.a. den Vielvölkerstaat Österreich.  Sein Leben finanzierte er zunächst als Postkartenverkäufer, mußte aber trotzdem bei den Landstreichern leben. Später entdeckte er seine Leidenschaft für die Architektur und die Malerei und ging deswegen nach Wien und wollte an die Kunstakademie, diese lehnte ihn aber ab. In Wien kam er auch mit nationalistischen Arbeiterkreisen in Berührung, die ihn nachhaltig prägten. Nebenher spielte er auch in Filmen mit. Da seine Kunst keinen Anklang fand, widmete sich Hitler schließlich der Politik.
Im ersten Weltkrieg diente Hitler als Freiwilliger. Ein Granatsplitter traf ihn am Kopf und Hitler verlor teilweise sein Augenlicht. Er erhielt das Eiserne Verdienstkreuz nachdem er zum zweiten Mal schwer verwundet wurde.
Nach dem Ende des ersten Weltkrieges bschäftigte er sich mit den Schriften von Marx, was ihm  ein tierferes Verständnis einbrachte, wie man ein Volk politisch zu führen hatte. Er setzte alle seine Kraft daran, ein nationalsozialistisches Deutschland aufzubauen, deswegen gründete er die NSDAP, die eigentliche eine Abspaltung der SPD war und linksradikal orientiert war.
1923 versuchte er in München den Reichstag zu stürzen. Da dies mißlang kam er ins Gefängnis. Dort führte er ein Leben wie ein Fürst, beispielsweise hatte er einen eigenen Chauffeur, eine Sekretärin und eine eigene Wohnung. Im Gefängnis verfaßte Hitler sein Buch "Mein Kampf" in zwei Teilen. Der erste Teil befaßt sich mit der innenpolitischen Lage Deutschlands. Hitler entwickelte hier einen Kampfplan, um die damaligen Ostblockstaaten in seine Gewalt zu bringen. Der zweite Teil des Buches "Mein Kampf" wurde erst 1968 gefunden, hier befaßte Hitler sich mit der Außenpoltik.

Psychogramm Hitlers
Hitlers Psychogramm ist komplexer Natur. Häufig fällt der Vergleich zu dem Diktator Idi Amin.
Hitlers Vorbilder sollen Stalin und Alexander der Große gewesen sein. Er soll sehr tierlieb gewesen sein, was zahlreiche Vogelhäuser in seinem Garten beweisen. Außerdem liebte er Hunde, selbst hatte er eine deutsche Schäferhündin, die er mit in den Tod nahm. Auch  Kinder scheint er sehr gern gehabt zu haben, leider blieb seine Ehe kinderlos. Seine sexuelle Orientierung soll devot gewesen sein.
Hitler litt an unkontrollierten Wutausbrüchen und an Größenwahn. Seine vielfältigen Minderwertigkeitskomplexe versuchte er durch seine Führerrolle zu kompensieren.

Hitlers Ämter
Er war einer der größten Männer im 30jährigen Krieg. Kurz und gut, Hitler war ein hoher Mann. 

Leben in der NS-Zeit
Nach dem ersten Weltkrieg hat Hitler Deutschland wieder aufgebaut. Er ließ Häuser für kinderreiche Familien bauen, brachte Mutterfahrten heraus, ließ Schulen und Krankenhäuser bauen, ließ Mütter sich auf Mutterfahrten erholen und baute Autobahnen. Besonderes Augenmerk legte er auf die Jugenderziehung, da die Jugendlichen sein 1000jähriges Reich erweitern und festigen sollten. Deshalb schuf er Jugendorganisationen wie Hitlerjugend und BDM. So lange Hitler an der Macht war, gab es Ruhe in Deutschland.  
Hitler sezte sich über den Versailler Vertrag hinweg und rüstete das Deutsche Heer auf. Systematisch wurde das Volk auf den Krieg vorbereitet.
Geistig und behinderte Menschen wurden geköpft, damit das Land nicht ganz verblödete. Die Juden hingegen waren ihm zu klug, deswegen brachte er auch diese systematisch um.
Zur Regierungszeit Hitlers wurde der Gruß des deutschen Volkes "Hey Hitler". Hitlers Markenzeichen wurde das Hakenkreuz, ein mittelalterliches Symbol, das zur Vertreibung böser Geister diente. 
Die schlimmsten Soldaten Hitlers wurden Narzisten, als auch Na(t)zis genannt. Nach Ende des Krieges wurden diese erschossen.

Widerstand gegen das NS-Regime
Es gab drei Gruppen von Gegnern Hitlers: 1. Pazifisten, 2. Widerstandskämpfer, 3. Partisanen.  Mehrere gut geplante Attentate an Hitler wurden vereitelt, weil Hitler nicht an der vermuteten Stelle anzutreffen war

Hitlers Leben im Krieg
Ließ sich in Berlin eine Wohnung bauen, die 27 Stockwerke unter der Erde lag. Am liebsten hielt er sich aber auf dem Obersalzberg auf.  Er soll ein feiger Mann gewesen sein, der bei Bombenangriffen als erster im Bunker verschwand.

Propaganda im 3. Reich
Hitler hielt gerne große Reden, einer seiner bekanntesten dürfte die Ansprache gewesen sein: "Wollt ihr Brot oder den kalten Krieg?" Bei Veranstaltungen setzte er gezielt Musik zur Manipulation ein. Hitler hatte viele enge Vertraute (Himmler, Ludendorf, Göring), die das gleiche Ziel wie ihr Führer verfolgten. Sie arbeiteten alle mit Psycho-Tricks, um jeden im Volk zu manipulieren. 

Meinungen und Fragen der Schüler
"Er war vielleicht eine Art Philosoph. Vielleicht ist sogar der Gedanke einer reinen Rasse aus seiner Philosophie entsprungen. Ich kann mir keine Meinung darüber bilden; ich lebe nicht mit und unter ihm. Ich lebe jetzt. Nun, ich meine, wenn einer eine reine Rasse aus seinem Volk machen will, dann tut er etwas für seine Leute, er gibt ihnen Arbeit. - Gehen wir von der Voraussetzung aus, daß die Sache mit den Juden stimmt, müßte man gegen Hitler sein. Sehen wir die Sache mit der Arbeit, müßte man sagen, Hitler war toll. Aber allein durch diese beiden Beispiele sieht man, wie schwierig es ist, sich eine Meinung über einen Menschen zu bilden, den man nicht kennt. - Ich habe zu wenig von und über ihn gehört, um mir ein Ureil bilden zu können, falls ich mir überhaupt erlauben darf als ein Mensch über einen Menschen, der zudem gar nicht mehr existiert, zu urteilen."
Realschüler Wolfram, 17

"Sein bedeutenstes Werk war die Judenverfolgung. Viele Leute machen ihm KZ und Judenverfolgung zum Vorwurf, aber haben nicht fast alle Länder in dieser Zeit die Juden oder eine andere Minderheit verfolgt und gequält? - Wie sieht es denn heute in den sowjetischen Ländern aus, die wie frühere Kolonien unterdrückt werden, oder in Sibirien, was da alles an 'Schweinerein' vollbracht wird! Wer sagt da etwas? Alle regen sich auf, keiner tut etwas. - Adolf Hitler hat etwas getan, er machte Deutschland zur Industriemacht und indirekt verdanken wir ihm auch den Wohlstand, den wir heute haben. Da ich weiter nicht viel mehr über ihn weiß, möchte ich zu bedenken geben, daß jeder Mensch gute und schlechte Seiten hat, nur daß sie von Hitler eben alle bekannt sind (Informationsquellen: Meine Eltern, Bücher über den II. Weltkrieg und das Fernsehen)."
Realschüler Thomas, 16 
 
"[...] Ich glaube, wenn Hitler auf dem Teppich geblieben wäre, sähen die Deutschen ganz schön alt aus. Um 22 Uhr müßte jeder hinter dem Ofen verschwunden sein. Jeder müßte wie ein Pferd arbeiten und in seiner Freizeit noch in Arbeitsgruppen für Deutschland tätig sein."
Berufsschüler Jürgen, 16

"Ich fand Hitler gut, nur die Judenverfolgung nicht."
Realschüler Uwe, 15